Bull & Bear

Spotmärkte Strom: Fallende Kurve aufgrund hohem Windangebots

Das deutsche Baseload Day-Ahead-Produkt fiel am Mittwoch von 45,25 €/MWh in der Vorwoche um knapp 30% auf 32 €/MWh. Die kurzfristigen Preise der letzten Tage waren sehr flüchtig. So fielen die Preise zuerst um 41% auf einen Tiefstand von 26,50 €/MWh, machten dann einige ihrer Verluste wieder gut und fielen erneut. Der Fall der Kurve kann durch die hohe Windleistung von über 40 GW erklärt werden, welche in den letzten Tagen die Nachfrage in den größten Teilen Deutschlands abdeckte und die Nachfrage auf dem europäischen Energiemarkt gesenkt hat. Seit vorletztem Donnerstag blieb die Windleistung mit durchschnittlich 21,8 GW auf einem hohen Niveau und überschreitet den allgemeinen Durchschnittswert zu dieser Zeit damit um 5,6 GW. Die Temperaturen, welche aktuell über der Norm liegen sorgen für einen niedrigen Energieverbrauch und tragen somit neben dem um 4,7 % gefallenen ARA Frontjahresprodukt zu einem Preisdruck bei. 38% der deutschen Stromerzeugung im Jahr 2018 bestand aus Braunkohle und Kohlekraftwerken. Somit können als weiterer bearisher Faktor die hohe Kernkraftverfügung und die gut gefüllten Wasserspeicher im benachbarten Frankreich gezählt werden.

Terminmärkte Strom: Fallende Kohlepreise beeinflussen die Kurve

Das Baseload Front-Monats-Produkt fiel von 41,00 €/MWh in der Vorwoche am Mittwoch auf 40,40 €/MWh. Auch das Baseload Front-Jahres-Produkt fiel von 47,95 €/MWh um 1,88 % auf 47,05 €/MWh. Es wird allerdings nicht erwartet, dass dieser Abwärtstrend beständig bleibt, da Deutschland die Kohleproduktion herunterfahren möchte und geplant ist bis 2022 aus der Kernenergie auszusteigen. Durch Importe aus Europa könnten die Preise wieder angetrieben werden. Die Gaspreise werden auf der Kurve stark durch die Kohle- und Kohlenstoffdioxidpreise beeinflusst, welche durch eine hohe Nachfrage aus dem asiatischen Raum zuerst anstieg und danach mit dem Preis wieder runter ging. Die CO2 Preise sind ebenfalls gefallen und bleiben aufgrund eines möglichen Brexits weiterhin sensibel. Angaben von Analysten zufolge sollen sich die Preisschwankungen im kleineren Rahmen halten. Ausschließlich ein größeres Geschehnis wie etwa ein zweites Referendum würde den Markt beeinflussen.

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