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Spotmärkte Strom: Strukturelle Anpassung des Marktes

Der deutsche Day-Ahead Baseload stieg im Zeitraum vom 21. bis 27. März von 40,75 €/MWh um 2,7% auf 41,85 €/MWh. Als am Anfang der Woche 13 die Windproduktion anstieg und die französische Kernenergiekapazität für den Monat April auf 81% geschätzt wurde gegenüber einem Durchschnitt von nur 72% in den Jahren 2012 und 2018 fielen die Spotpreise am 22. März stark. Zu einer Preisanpassung führten später die Abwärtskorrekturen bei der deutschen Windleistung, welche bis nächsten Donnerstag bei 14,4 GW liegen soll. Um die Preise dauerhaft zu stürzen blieb die Nachfrage im letzten Zeitraum zu schwach und die Temperaturen mit einer durchschnittlichen Vorhersage von 7,1 °C im Vergleich zum historischen Durchschnitt von 7,3 °C dennoch zu mild. Analysten prognostizieren, dass die kurzfristigen Preise sich entsprechend der strukturellen Anpassung des Marktes und nicht gemäß der Fundamentaldaten entwickeln.

Terminmärkte Strom: Fundamentaldaten bestimmen die Kurve

Der deutsche Frontmonat erlebte einen Anstieg von 35,55 €/MWh um 1,83% auf 36,20 €/MWh am Mittwoch. Das Frontjahr wurde ebenfalls teurer und stieg von 45,20 €/MWh um 3,43% auf 43,75 €/MWh. Die langfristigen Stromverträge werden von den Trends im CO2-, Kohle- und Gasmarkt beeinflusst. In der ersten Hälfte des Zeitraums vom 21. bis 27. März fielen die Preise für API ARA-Frontjahreskohle und CO2 und machten ihre Verluste in der zweiten Hälfte der Woche jedoch wieder gut. Analysten sagen vorher, dass dieser Trend für die nahe Zukunft anhalten soll. In der zweiten Hälfte von 2019 sollen die Emissionspreise weiter ansteigen. Energiereformen in mehreren Ländern der EU sowie die Unsicherheiten wegen des Brexits übten die letzten Monaten Druck auf die EUA-Preise und flüchtige Phasen ausgelöst. Durch das Potenzial für einen Aufwärtstrend im CO2-Markt könnten die Strom- und Gaspreise in ganz Europa sinken und die Nachfrage nach Stromerzeugung aus Erdgas angetrieben werden.

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