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Spotmärkte Gas: Temperaturen und LNG Lieferungen drücken die Preise

Die Prompt-Preise auf dem Gasmarkt sanken vergangene Woche bis Mittwoch. So sank der NCG-Day-Ahead bis zum Handelsschluss am 3. April von 15,614 €/MWh um 7,4% auf 14,459 €/MWh. Auch der entsprechende Gaspool-Vertrag sank im gleichen Zeitraum von 15,248 €/MWh um 4,25% auf 14,600 €/MWh. Der Grund für die fallenden Preisen lag bei den anhaltenden starken LNG-Lieferungen, welche trotz gut versorgtem Markt weiterhin in Europäischen Häfen ankommen. Auch innerhalb der nächsten 2 Wochen werden weiterhin 27 LNG-Schiffe erwartet. In den letzten Jahren hatten sich die asiatischen Preise stark vergünstigt, wodurch es attraktiver wurde LNG nach Europa zu verschiffen. Ein weiterer Grund für die gedrückten Preise am Prompt-Markt sind die milden Temperaturen, welche durchschnittlich bei 1-3 °C über der Norm liegen, was den Energiebedarf weiter reduziert. Beeinflusst durch das gute Wetter betrug der Gasspeicherstand am 1. April 41%, was 22,4 Prozentpunkte über dem Vorjahr liegt.

Terminmärkte Gas: Fallende Frontmonate und steigende Jahresverträge

Auch die deutschen Frontmonatsverträge folgten einem Abwärtstrend auf der Kurve. Der NCG-Frontmonat fiel zwischen dem 28. März und 3. April von 15,069 €/MWh um 0,58% auf 14,982 €/MWh. Auch der entsprechende Gaspool-Vertrag vergünstigte sich um 0,75%. Durch die hohen Gasspeicherstände wurden die Preise unter Druck gesetzt und die Möglichkeit geschaffen, Gas billig zu kaufen und später teuer weiterzuverkaufen. Normalerweise wird angesichts der niedrigen Preise der Sommer als die Zeit gesehen, in der Gasspeicher aufgefüllt werden, um die angehende Winteranfrage zu decken. Diese Wintersaison könnten die Speicherbestände bei über 90% liegen. Weiter hinten auf der Kurve erkannte man einen gegenläufigen Trend. Das Gaspool-Frontjahr stieg um 1,25% von 18,89 €/MWh auf 19,125€/MWh und das NCG-Frontjahr stieg ebenfalls um 1,24%. Es kamen bedenken auf, dass falls Ende des Jahres der Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine nicht verlängert wird dies zu gebremsten Gaslieferungen aus Russland führen könnte. Allerdings herrscht die Meinung, dass dieser eventuelle Verlust durch die vermehrten LNG-Lieferungen, alternative Routen und die hohen Speicherbestände im Winter wieder ausgeglichen werden könnten.

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