Bull & Bear

Spotmärkte Gas: Steigende Gaspreise aufgrund niedriger Temperaturen

Am 10. April lag das deutsche NCG Day-Ahead Produkt bei 17,005 €/MWh, was 20% mehr als in der Vorwoche entspricht. Der Preis wurde die Woche über von einer Reihe bullisher und bearisher Faktoren in beide Richtungen beeinflusst. Am Ende jedoch überwogen die bullishen Faktoren. Durch die kälteren Temperaturen sowie geringere Gasverfügbarkeit aufgrund von Reparatur- und Wartungsarbeiten wurden die Preise in die Höhe getrieben. Der Verbrauch wurde angekurbelt, da sich die Temperaturen in Süddeutschland auf ein Niveau von etwa 3 Grad zubewegten. Durch geplante Wartungsarbeiten an der Jamal-Pipeline wurden die russischen Gasströme nach Deutschland um zwischen 33% und 55% reduziert. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum 13. April andauern. Zusätzlich wurde Anfang der Woche bekannt, dass die norwegischen Gasströme nach Deutschland aufgrund eines ungeplanten Ausfalls am Asta Hansten Gasfeld ebenfalls auf 10 GWh sanken. Bis die volle Kapazität wieder hergestellt ist wird es voraussichtlich 1-2 Wochen dauern.

Terminmärkte Gas: Starke Gewinne aufgrund steigenden Öl- und CO2-Preisen

Zwischen dem 04. und 10. April stiegen die Gaspreise stark an. Das Frontjahres-Produkt stieg von 19,857 €/MWh in der Vorwoche um 5% auf 20,913 €/MWh an. Auch der entsprechende Gaspool-Schwestervertrag stieg von 19,804 €/MWh auf 20,670 €/MWh an. Der Frontmonat legte beim NCG um 5,2% zu und stieg um 5,35% beim Gaspool-Vertrag. Aufgrund der stark steigenden CO2-, Brent- und Kohleverträge wurden die längerfristigen Gasprodukte in die Höhe getrieben. Aufgrund der OPEC-Förderkürzungen und Sanktionen der USA gegen Venezuela und den Iran setzte der Preis für Brent Rohöl seinen Aufwärtstrend fort. Durch Befürchtungen, dass ein Konflikt zwischen der lybischen Regierung und der lybischen Nationalarmee zu Produktionskürzungen führen könnte wurde der Ölpreis weiter angetrieben. Des Weiteren wurde die Kurve von den steigenden CO2- und Kohle-Preisen gestützt, welche um 7% und 5% gestiegen sind. Das Dezember 19 Produkt für Kohlenstoffdioxid erreichte 26 €/t und verzeichnete somit das erste Mal seit September 2018 einen deutlichen Zuwachs. Haupttreiber für die Gewinne war die Nachricht, dass die EU dem Vereinigten Königreich eine Verlängerung für den Austritt aus der Union bis zum 31. Oktober einräumte. Somit werden die britischen Unternehmen bis dahin weiter am EU-ETS Handelssystem teilnehmen.

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