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Spotmärkte Strom: Steigende Preise aufgrund wenig Wind und teurerem Gas

Am 10. April kostete der deutsche Day-Ahead Baseload 45 €/MWh, was ein deutlicher Preisanstieg im Vergleich zur Vorwoche mit 40 €/MWh ist. Durch die kälteren Prognosen bezüglich der Temperatur und weniger Einspeisungen aus erneuerbarer Energie wurden die Spotpreise gestützt. Die Windprognosen sagten am 4. April für die folgenden neun Tage einen durchschnittlichen Wert von 8,2 GW, was 4,4 GW unter der saisonalen Norm liegt, voraus. Leicht rückläufig waren die Temperaturprognosen, welche allerdings dennoch für die nächsten zwei Wochen mit 6 °C unter der Saisonalen Norm von 8,8 °C liegen sollen. Ein weiterer bullisher Faktor war die geringe französische Kernraftverfügbarkeit bis zum Ende der 14. Kalenderwoche von 48 GW auf 44 GW sinken soll. Auch die Gaspreise, welche aufgrund von Lieferengpässen und Wartungsarbeiten gestiegen sind, haben Einfluss auf die Strompreise am Spotmarkt.

Terminmärkte Strom: Anstieg der Stromkurve

Zwischen dem 4. und 10. April verzeichneten alle drei Frontjahres-Produkte einen Anstieg der Preise. Den größten Zuwachs hierbei war beim Kalenderjahr 21 zu sehen. Der deutsche Frontmonat stieg von 38 €/MWh um 9,21% auf 41,50 €/MWh an. Die langfristigen Strompreise wurden von dem Anstieg der Kohlepreise um 5% und dem Anstieg der CO2-Preise um 7% angetrieben. Auch die CO2-Zertifikate haben Einfluss auf längerfristige Stromverträge. Diese wurden in den letzten Tagen stark von der Brexit-Debatte beeinflusst. Nachdem Abgeordnete des britischen Parlamentes erfolgreich einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet hatten sank die Wahrscheinlichkeit, dass das Vereinigte Königreich die EU ohne Abkommen verlässt. Das Dezember 19-Produkt für Kohlenstoffdioxid verzeichnete am 2. April mit 26,16€/t den höchsten Preis seit September 2018. Auch die mit dem Europäischem Markt eng verbandelten nordischen Länder beeinflussten den Preis für Strom, da dieser aufgrund niedrigeren Wasserspeichern relativ hoch lag. Zusätzlich befürchten einige Marktteilnehmer, dass es aufgrund einer eventuellen weiteren Verzögerung beim Start des Kraftwerks Flammanville 3 Anfang 2020 und eine verlangsamte Produktion der französischen Nuklearflotte wegen der 10-Jahresinspektion zu Verknappungen des Angebots kommen könnte.

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