Bull & Bear

Spotmärkte Gas: Niedrige Nachfrage und milde Temperaturen drücken Kurve nach unten

Am Mittwoch sank das NCG Day-Ahead-Produkt auf 18,289 €/MWh, gegenüber 18,735 €/MWh in der Vorwoche. Vergangenen Montag befanden sich die Spotpreise mit 17,700 €/MWh auf ihrem Tiefpunkt, bevor sie die größten Verluste wieder ausglichen. Mehrere bearishe Faktoren sorgten dafür, dass die Spotpreise seit Anfang des Monats um 11% gesunken sind. Daten der ICIS zeigten, dass aufgrund einer hohen LNG-Ausspeisung die Exporte nach Frankreich sich innerhalb eines Tages um 50% reduzierten. Am Freitag sanken die Asiatischen LNG-Spotpreise zum neunten Mal in Folge auf 18,6 €/MWh. Aufgrund der großen Anzahl an LNG-Lieferungen in den letzten Wochen nach Nordwesteuropa verzeichnete die exportbezogene Nachfrage einen Rückgang. Auch die Prognosen über Temperaturen, welche die nächsten zwei Wochen durchschnittlich 3,4 °C über der saisonalen Norm liegen sollen, haben zum Sinken der Kurve beigetragen. Durch das warme Wetter fielen die Speicherentnahmen niedrig aus. Aktuell liegt der deutsche Speicherstand bei 49,86 %, gegenüber der Vorwoche mit 50,33 %.

Terminmärkte Gas: Terminpreise werden durch stärkere Brent-Rohöl Preise angehoben

Das NCG Front-Jahresprodukt lag am Mittwoch bei 20,806 €/MWh gegenüber der Vorwoche mit 20,771 €/MWh. Zunächst sank das Front-Jahres-Produkt und erreichte mit 20,331 €/MWh am Montag seinen Tiefpunkt bevor es sich wieder erholte. Ähnlich verlief die Entwicklung der Rohöl Preise, welche am Wochenende starke Verluste verzeichnete, die sie am Wochenende wieder wettmachen konnten. Die langfristigen Gasverträge werden aufgrund der im Gas häufig verwendeten Ölindexierung vom Brent-Preis beeinflusst. Vor dem Wochenende war der Brent-Preis bullish, aufgrund der Hoffnung das China und USA ihre Handelsstreitigkeiten beilegen. Der US-Präsident kündigte am Wochenende an, dass er die Verhandlungsfrist mit China verlängern wird. Darüber hinaus wurden die Bedenken über ein mögliches Überangebot durch die Ende letztes Jahr vereinbarten OPEC-Förderungskürzungen ausgeräumt. Die Brent-Preise fielen nach dem Wochenende über 3$ pro Barrel, da der US-Präsident die Brent Preise als zu hoch bezeichnete und OPEC aufforderte, den Markt mehr anzukurbeln. Dies war der Auslöser für den Ausverkauf, schrieb Reuters. Nachdem der saudische Energieminister Khalid al-Falih dem Druck des US-Präsidenten standhielt erholten sich die Brent Preise um über 2$ pro Barrel. Khalid al-Falih sagte zu Journalisten, dass sie in erster Linie an Marktstabilität interessiert sind.

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