Was sagt eigentlich der
Energienachweis aus?

Bei der Wohnungssuche ist bestimmt jeden schon ein Mal der Energieausweis aufgefallen. Doch viele wissen gar nicht, was dieser überhaupt aussagt, wofür er benötigt wird und wie man Ihn liest. Wir klären euch auf!

Der Energieausweis funktioniert ähnlich wie die Energieeffizienzklassen bei Elektrogeräten. Er bewertet den energetischen Zustand von Gebäuden und enthält allgemeine Angaben zum Haus, wie den verwendeten Heizstoff (z. B. Öl, Strom und Gas) und die Energiekennwerte des Gebäudes. Der Energieausweis bezieht sich immer auf das ganze Gebäude und nie auf eine einzelne Wohnung. Bei größeren Umbauten am Gebäude wie Sanierungsarbeiten. Der Energieausweis umfasst 5 Seiten.

Auf der ersten Seite des Ausweises sind allgemeine Angaben zum Gebäude zu finden, wie die Adresse, das Baujahr des Gebäudes und der Anlagentechnik und die Anzahl der Wohnungen. Ebenfalls zu finden sind auf der ersten Seite Aussagen zur Nutzung erneuerbarer Energie und zum Lüftungskonzept sowie die Angabe welches Verfahren zur Berechnung der energetischen Qualität des Wohngebäudes eingesetzt wurde (bedarfsorientiert oder verbrauchsorientiert).

Wird der Energiebedarf durch Berechnung ermittelt spricht man von einem „Bedarfsausweis“. In diesem Fall stehen die Kennwerte auf Seite 2, während die dritte Seite unausgefüllt bleibt. Wird der Energieverbrauch durch Messung ermittelt spricht man von einem „Verbrauchsausweis“. Hier ist das ganze genau andersrum und die Kennwerte sind auf Seite 3 zu finden, während die dritte Seite unausgefüllt bleibt. Die Kennwerte geben den jährlichen Verbrauch in kWh pro m² an und je höher dieser Wert ist, desto schlechter ist der energetische Zustand des Gebäudes. Um den Vergleich zu erleichtern ist der Verbrauch in die Energieeffizienzklassen A+ bis H eingeteilt.

Unter dem Kennwert ist meist noch ein zweiter Wert ausgewiesen, der Primärenergiekennwert. Dieser beschreibt den Energiebedarf von der Herstellung bzw. Gewinnung bis zum Transport und Verbrauch und sagt somit aus, welche Umweltauswirkung das Haus hat und ist somit für den Klimaschutz von Interesse.

Ebenfalls abzulesen ist der Endenergiekennwert. Die Endenergie ist der übrig gebliebene Anteil der Primärenergie nach den Energieumwandlungs- und Übertragungsverlusten, die den Hausanschluss des Energienutzers durchlaufen hat. So kann ein Gebäude, dass mit Pelletheizung beheizt wird einfach einen guten Primärenergiekennwert erreichen, aber dennoch hohe Energiekosten verursachen, wenn das Haus unzureichende Wärmedämmung besitzt.

Auf Seite 4 des Energieausweises sind kostengünstige Vorschläge zur Verbesserung des energetischen Zustands des Gebäudes in kurzer Form für den Hauseigentümer angegeben. Sollte keine Empfehlungen möglich sein ist dies ebenfalls auf dem Formular vermerkt. Die Vorschläge zur Verbesserung sind lediglich Empfehlungen, welche nicht zwingend umgesetzt werden müssen.

Auf der letzten Seite sind Erläuterungen zu den Angaben im Ausweis sowie die Berechnungsverfahren zu finden.

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